Wahlkampf und Kampagne

Aus politische Basisarbeit
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Grundsätzlich sollten Menschen von Kampagnen und Wahlkämpfen dort abgeholt werden, wo sie sind, von einer Politik, die emotionalisiert, polarisiert und zum Mitdiskutieren einlädt.[1] Wichtig ist heutzutage rapid response, Storytelling, Framing und, dass eine Kampagne zum Kandidierenden passt um Glaubwürdigkeit zu erzeugen.[2] Der größte Fehler, der passieren kann, ist Hektik.[3]

Kampagnenaufgabe

"Wahlkampf […] ist in erster Linie Handwerk. Dazu gehören [transparente Strukturen,] klare Hierarchien, Planung, Motivation, Teamgeist, Steuerung, [Erfahrung] und ein gutes Programm. Und natürlich eine Spitzenkandidatur, die nach innen und nach außen mit ihrer Überzeugungskraft Funken schlägt."[4] Eine Kampagne ist eine „Gewichtung und Mix einzelner Instrumente (Pressearbeit, Social Media, datenbasierte Grundlagen, online, klassische Werbung, Veranstaltungen, Gegnerbeobachtung, Forschung, Mitgliedermobilisierung, Negativ-Campaigning, Direktansprache und anderes mehr)“.[5]

Wahlkampfmanager

"Partei[/Kampagne], Programm, Person" stehen zueinander.[6] Die Aufgabe eines Wahlkampfleiters ist zu entscheiden, welches Element am besten gefahren wird und was die Basis ausmacht.[7] Aufgabe der Agentur ist es den Plakaten und z. T. Flyern Texte zu geben und sie zu designen mit Absprache des Wahlkampfmanagers.

Checkliste für Kandidierende

Frank Strauss hat in seinem Buch „Höllenritt Wahlkampf“ folgende tolle Checkliste veröffentlicht:

  1. „Wer bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht?
  2. Was will ich?
  3. Was haben die Menschen davon?
  4. Was denken die Menschen heute über das, was ich will?
  5. Was denken die Menschen heute über das, was ich nicht will?
  6. Wie sieht die Wählerkoalition aus, die ich zum Sieg benötige?
  7. Was wollen meine Gegner?
  8. Wo ist mein strategisches Fenster - wo bin ich stark und andere schwach?
  9. Wie lautet die zentrale Botschaft, die glaubwürdig zu mir passt und für die Menschen attraktiv ist? (Einsatz, nicht mehr als zwei Kommata .)
  10. Wie bringe ich die Botschaft unters Volk?

Ich weise darauf hin, das Budgetfragen, Kommunikationstechnologien, Kommunikationsstrategien, Werbung, Veranstaltungsformate, Design und alles, was am Ende beim Wähler an Wahlkampf ankommt, erst in Punkt 10 zu finden ist.“

1. Schritt - Ziel / Motivation

Als allererstes definiere das Ziel Deiner Kampagne und Deine Motivation warum Du diese durchführen möchtest. Dieser Schritt wird meistens zu schnell überflogen. Bedenke dabei auch die Folgen eines erreichten oder verfehlten Zieles für die hinter der Kampagne stehenden Organisationen.

Dein Ziel sollte SMART sein: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert.

2. Schritt - Zeitplan

Fange ein Jahr vor einer Wahl an diese vorzubereiten. Schreibe Dir u. a. Fristen für die stattfindende Wahl auf und mache Dir einen groben zeitlichen Ablaufplan über die zwölf Monate bis zur Wahl und überlege Dir bis wann muss was stehen.

3. Schritt - Budgetplan

Mach Dir eine Budgetplan. Wieviel Geld planst Du persönlich, Deine Partei ein und wieviele Spenden kommen noch hinzu?

4. Schritt - Agentur

Agentur oder keine Agentur, dass ist jetzt die Frage! Wenn eine Agentur benötigt wird, überlege Dir bitte ganz genau welche möglichen Instrumente zum Einsatz kommen sollen und was davon die Agentur übernehmen sollte 🤔

Gerade wissenschaftliches Testen in Fokusgruppen können Agenturen bzw. Unternehmen professioneller durchführen.

5. Schritt - Kommunikationsstrategie

Erstelle eine "Kommunikationsstrategie"[8]. Was für eine Botschaft möchtest Du nach außen bringen bzw. was soll nachher bei politisch Uninteressierten hängen bleiben? Was sind Deine (großen) Themen, wie bespielt werden sollen? Was soll in Deinem Wahlprogramm stehen und wo hebst Du Dich von Deiner Konkurrenz ab? Welche Geschichte soll erzählt werden? (Siehe dazu auch Storytelling.) Deine Kampagne benötigt vier Voraussetzungen: Integration, Vision, Konfrontation und Motivation[9].

Für Kampagnen können Framing und Storytelling hilfreich sein.

Zielgruppe

Wen möchtest Du erreichen? Definiere Deine Zielgruppe möglichst genau. Niemand will alle erreichen, dass ist kostspielig und motiviert voraussichtlich die Gegner mehr als die eigene Zielgruppe, die sich dann zu wenig angesprochen fühlt.

Team

Wer hilft Dir? Jeder Wahlkampf bzw. Kampagne braucht viele Freiwillige um sie durchzusetzen. Wer wird Dich unterstützen auf wieviele Personen wirst Du zählen können? Wie kannst Du die Reihen im Zeiten von Hitze, Streit und Stress intern und extern geschlossen halten?

Narrativ

Was möchtest Du Deiner Zielgruppe mitteilen? Jede Kampagne braucht einen sehr guten und einfachen Narrativ. Am besten beinhaltet er entweder das Gefühl Angst oder Hoffnung.[10] Dieser Narrativ sollte sich bestenfalls durch die Kampagne ziehen. Eine gute Geschichte braucht den Dreisatz Aufbau, Konflikt und Auflösung.[11]

Solltest Du im Wahlkampf sein, ist es wichtig, dass die Stärken Deines Spitzenkandidierenden betont werden und das Narrativ zur Person auch passt. Viele wählen nämlich die mit einer Person verbundenen Eigenschaften.

Polarisierung

Zu jeder guten Geschichte gehört ein Held und ein Bösewicht. Moderne Kampagnen in einer undurchsichtigen Landschaft müssen polarisieren um aufzufallen und Stimmen zu ziehen.

Slogan

Der Slogan ist meistens das Einzige, welches von einer Kampagne erinnert wird. Deswegen sollte er wahr, eingängig, unvergesslich, ehrgeizig / richtungsweisend und positiv sein[12] bzw. emotionalisierend, Projektionsflächen anbietend und überraschend sein[13].

Sei relevant

Eine Person interessiert sich für ein politisches Thema, wenn ihr gesagt wird, wie es ein Wirkung in seinem bzw. ihrem alltäglichen Leben haben wird.

Wiederholung

Wiederhole Dein Narrativ und Deine Message immer und immer wieder. Nur so bleibt sie in den Köpfen der Menschen.

Einfachheit

Jeder Fünfklässler muss Dein Narrativ und Message verstehen und verteidigen können. Benutze am besten keine Zahlen, da hört niemand mehr zu.

Sozialer Beweis

Gesicht geben

Keiner merkt sich Fakten. Gebe den Leuten Gesichtern hinter Deinem Policies.

Emotionen

Storytelling

Jede Geschichte braucht einen guten Narrativ. Am besten beinhaltet er entweder das Gefühl Angst oder Hoffnung. Dieser Narrativ sollte sich bestenfalls durch die Kampagne ziehen. Eine gute Geschichte braucht den Dreisatz Aufbau, Konflikt und Auflösung. Zu jeder guten Geschichte gehört ein Held und ein Bösewicht.[14]

Inhalte einer guten Geschichte[15]:

  • Held
  • (Auf-)Lösung
  • Opfer
  • Täter
  • Hoffnung
  • Angst
  • Bedrohung
  • Chance

"Es geht darum, Politik anhand realer Beispiele näher zu bringen. [...] Je ausführlicher dein Team und du euch Gedanken um verschiedener Aspekte eines Themas und die zu erzählenden Geschichten macht und diese über mehrere Kanäle spielt, desto besser werdet ihr öffentlich wahrgenommen. Aktualität, Kontinuität und Emotionen gepaart mit nachvollziehbaren politischen Zielen sind meiner Ansicht nach das A und O." von Philipp Gräfe [16]


https://suxeedo.de/storytelling-methode/ https://de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_(Methode)

Framing und Sprache

[17]


U BpB politisches Framing Buch sowie YouTube Video

https://youtu.be/U6gtHrv9aEM

Instrumente

Wie möchtest Du Deine Zielgruppe erreichen? Nicht jede Person wirst Du gleich erreichen. Deswegen überlege weise welche Instrumente Du verwenden willst. Möglich wären z. B. Pressearbeit, Social Media, datenbasierte Grundlagen, online, klassische Werbung, Veranstaltungen, Gegnerbeobachtung, Forschung, Mitgliedermobilisierung, Negativ-Campaigning, Direktansprache und vieles mehr.

Wichtig ist, dass Du versucht ein Momentum zu entwickeln. Dies kann Dir bei der Kampagne signifikant weiterhelfen.

Druck

  • Individualisierung oder Erstellung einer CI
  • Plakate -> Wieviele Plakatwellen sind geplant?
  • Flyer
    • Unterschiedliche
    • Flyer für Autos
    • Individualisierte
    • Spontan mehr
    • Spontan andere
    • Langfristig bestellt
    • Wir haben sie nicht erreicht flyer
    • etc.
  • Wesselmänner
  • Auto bekleben / Auto Sticker
  • Geparkte Anhänger mit Werbung

Offline Anzeigen

  • Plakate von anderen externen Anbietern z. B. an Bushaltestellen
  • Zeitungen / Werbung Beilage oder Anzeige
  • Hauseinwurf (gesamt / bestimmte Gebiete)
    • Per Post
    • Per Zeitungen
  • Radio
  • Fernsehen
  • Werbung an anderen Orten
    • Einkaufkassentrenndingerwerbung
    • Einkaufswagenwerbung
    • Straßenlaternenwerbung

Online / World Wide Web

  • Webseite und Landing Pages
  • Social Media Bespielung / Livestreams
  • Gute Videos machen können
  • Online-Werbung
    • Facebook
    • Instagram
    • (WhatsApp)
    • Tinder
    • Snapchat
    • Google Ads
    • Youtube
    • Webseiten
      • lokale Webseiten

Sonstige / Guerillaaktionen

  • Gute Bilder bekommen
  • Coole günstige give aways
  • Lautsprecherwagen
  • Aktionen auf Festen
  • (Kreide-)Werbung auf Boden
  • Spiele
  • Infostände
  • Tür-zu-Tür Wahlkampf [18]
  • Hotspot Bahnhof
  • Sozialwerbung (Ihre Nachbarn, xyz geht wählen)
  • Mund zu Mund Propaganda
  • Helium Ballon oder andere Sachen über der Stadt um Stadtgespräch zu werden
  • Große Blickfänge aufstellen
  • Telefonanrufe

weitere Infos


Haben wir noch irgendetwas ausgelassen? Weißt Du mehr? Dann schreibe es einfach hinzu :-) Danke